Wie werden Nasenpolypen behandelt?

Die Behandlung richtet sich in erster Linie nach der Größe und Ausbreitung der Polypen. Unterschiedliche Ansätze ergänzen einander oftmals.

Die meisten Therapieansätze haben die Aufgabe, Ihre Beschwerden zu verbessern. Entweder wirken Medikamente abschwellend und entzündungshemmend auf die Nasenschleimhaut und verkleinern die Polypen – oder aber die Polypen werden operativ entfernt. Ziel ist, die betroffenen Atemwege zu erweitern. Da der Behandlungsverlauf bei jedem*r Patienten*in unterschiedlich ist, werden Sie möglicherweise mehrere Therapieansätze (auch gleichzeitig) ausprobieren, bis etwas zufriedenstellend hilft. Wichtig ist vor allem, dass Sie Ihre Medikamente wie verordnet einnehmen.

Antibiotika

Antibiotika werden bei akuten Infekten angewendet. 

Eine der Ursachen für die Entstehung von Nasenpolypen – und das weitere Wachstum bereits vorhandener Polypen – können akute bakterielle Infektionen in den Nasenhöhlen sein. Um diese Infektionen zu behandeln verschreibt Ihnen Ihr Arzt/Ihre Ärztin möglicherweise Antibiotika.

Kortison in Form von Nasenspray

Bei kleineren Polypen und leicht entzündeter, geschwollener Nasenschleimhaut wird Ihr HNO-Arzt/Ihre HNO-Ärztin wahrscheinlich zuerst ein kortisonhaltiges Nasenspray (oder Nasentropfen) verschreiben. Das Kortison kann so direkt in Ihrer Nase anti-entzündlich wirken.

Da Nasenpolypen zu den chronisch-entzündlichen Erkrankungen zählen, ist es wichtig, dass Sie Ihr Nasenspray bzw. Ihre Nasentropfen regelmäßig über einige Monate hinweg, wie von Ihrem Arzt/Ihrer Ärztin verschrieben, anwenden. Mit etwas Geduld können auf diesem Weg kleinere Polypen verschwinden und leichtere Beschwerden gelindert werden.

Über die Nase verabreichtes Kortison wird häufig ebenfalls parallel zu weiteren Therapieoptionen oder zur Nachbehandlung eines operativen Eingriffs eingesetzt. Moderne, verschreibungspflichtige kortisonhaltige Nasensprays wirken lokal auf der Schleimhaut und das Risiko von kortisontypischen Nebenwirkungen ist geringer als bei Kortisontabletten.

Es kann sein, dass es einige Zeit dauert, bis Sie eine Verbesserung der Symptome, wie zum Beispiel eine verbesserte Nasenatmung, spüren.

So gut wie jedes Medikament kann neben der gewünschten Wirkung auch Nebenwirkungen mit sich bringen. Für weitere Informationen schauen Sie bitte in den Beipackzettel und fragen Sie Ihren Arzt/Ihre Ärztin oder Apotheker*in.

Nasenspray

Kortison in Form von Tabletten

Für Ihren Arzt/Ihre Ärztin ist es im Einzelfall ebenfalls möglich, Kortison in Form von Tabletten zu verordnen, wenn etwa ein Kortisonspray zur Besserung der Beschwerden nicht ausreicht.

In Form von Tabletten eingenommen kann das Medikament im ganzen Körper („systemisch“) wirken. Diese entzündungshemmenden und abschwellenden Eigenschaften des Kortisons können sich gleichzeitig auch positiv auf weitere chronische Entzündungserkrankungen auswirken.

Auch wenn nicht jede*r Patient*in betroffen ist: das Risiko, dass (stärkere) Nebenwirkungen auftreten ist größer als bei der Verwendung eines Sprays oder Tropfen. Daher wird Ihr Arzt/Ihre Ärztin Ihnen die Tabletten meist auch über einen möglichst kurzen Zeitraum verschreiben, um eventuelle Nebenwirkungen zu reduzieren.

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt/Ihrer Ärztin, wenn Sie Fragen zu den Nebenwirkungen sowie Nutzen und Risiken von Kortisontabletten haben. In dem Beipackzettel finden Sie ebenfalls Hinweise zu möglichen Nebenwirkungen.

Operation oder FESS (Funktionelle endoskopische Nasennebenhöhlen-Operation)

Erreichen Sie medikamentös keine ausreichende Besserung, können die Polypen, teilweise oder vollständig, operativ über Ihre Nase (endoskopisch) entfernt werden.

Ausschlaggebend für die operative Vorgehensweise sind für Ihren Arzt/Ihre Ärztin sowohl die Größe und Lage der Polypen als auch die Stärke Ihrer Symptome. Die Operation kann in leichten Fällen ambulant durchgeführt werden oder eine stationäre Behandlung erforderlich machen.

Bei der sogenannten „endoskopischen Operation“ wird ihr HNO-Arzt/Ihre HNO-Ärztin neben der Entfernung der Polypen auch die Ausführungsgänge der Nasennebenhöhlen erweitern.

Ihr HNO-Arzt/Ihre HNO-Ärztin wird Ihnen den Nutzen und die Risiken ausführlich erklären.

Arzt in OP-Kleidung

Mithilfe dieses Eingriffs verfolgt Ihr Arzt/Ihre Ärztin vor allem folgende Ziele:

  • eine spürbare Verbesserung der Nasenatmung
  • einen erleichterten Zugang für in der Nase angewendete Medikamente
  • eine verbesserte Belüftung der Nasennebenhöhlen, damit sich dort weniger leicht Entzündungen bilden
  • eine Verminderung des Druckgefühls und der Kopfschmerzen

Nach der Operation ist es sehr wichtig, dass Sie die Nachsorge genau nach der Vorgabe Ihres Arztes/Ihrer Ärztin durchführen.

Für den operativen Erfolg ist eine intensive Nachbehandlung (regelmäßige Kontrolle bei Ihrem HNO-Arzt/Ihrer HNO-Ärztin, Nasenspülungen, kortisonhaltiges Nasenspray wie verordnet) von entscheidender Bedeutung.

Auch wenn eine OP sinnvoll wäre – nicht bei jedem*r Patienten*in kann ein solcher Eingriff durchgeführt werden.

Diverse Gründe können gegen eine OP sprechen:

  • die Polypen sind aufgrund ihrer Lage schwer zu erreichen
  • die Nasenschleimhaut lässt aufgrund ihres Zustands keine (weitere) Operation zu
  • Ihr allgemeiner Gesundheitszustand spricht gegen eine OP

Biologikum

Wenn die bereits genannten Behandlungsansätze nicht ausreichend wirken, kann ein sogenanntes „Biologikum“ für Sie in Frage kommen. Es wird in regelmäßigen Abständen über einen längeren Zeitraum per Spritze unter die Haut gespritzt.

Biologika (dazu zählen auch sogenannte „monoklonale Antikörper“) können zielgerichtet auf einzelne Vorgänge im Körper einwirken.

Ein Biologikum wird in regelmäßigen Abständen unter die Haut („subkutan“) des Unterbauches, des Oberarms oder des Oberschenkels gespritzt. Da Nasenpolypen chronisch verlaufen, erhalten Sie das Biologikum über einen längeren Zeitraum.

Neben der gewünschten Wirkung kann jedes Medikament auch Nebenwirkungen mit sich bringen. Für weitere Informationen schauen Sie bitte in den Beipackzettel und fragen Sie dazu Ihren Arzt/Ihre Ärztin oder Apotheker*in.

Lassen Sie sich Vor- und Nachteile Ihrer Behandlungsalternativen von Ihrem Arzt erklären, wenn Sie etwas nicht verstehen.

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